von den Lustigen Bären

Berner Sennenhunde

Ole

Juni 2021

Hunde zu züchten ist ein schönes Hobby – meistens. Zum Züchten gehören  manchmal aber auch sehr bittere Entscheidungen. Vor drei Wochen habe ich nach vielen schlaflosen Nächten und schweren Herzens eine dieser Entscheidungen getroffen. Seitdem lebt Ole bei mir.

Damit er seine Kraft, Arbeitsfreude und Energie ausleben kann, bilde ich ihn im Rettungshundesportbereich aus. Anlässlich einer mit Mutter Naseweis geplanten Trainingswoche im TCRH Mosbach wurde er direkt mit vielen neuen Situationen, Menschen und Hunden konfrontiert. Seit unserer Rückkehr nach Bochum darf er regelmäßig mit zum Hundeplatz und muss während der Praxiszeiten geduldig die vielen verlockenden Gerüche und interessanten Geräusche tolerieren.

Obwohl er mit jetzt 21 Monaten objektiv ein beeindruckender Bursche ist, haben Naseweis und  Ameise gleich klargestellt, dass er zunächst mal kleine Brötchen zu backen hat. Auch die Kater haben die anfänglich panische Flucht gegen energische Erziehungsmaßnahmen getauscht und der Dickschädel muss so manche Ohrfeige einstecken, wenn er „unhöflich“ auf sie zustürmt.

Ich vermute, dass die Unterordnung für ihn und mich eine Herausforderung wird, denn den „will to please“ seiner Mutter hat er nicht. Dafür sehr viel Ähnlichkeit mit Großmutter Käthe und wohl auch seinem Urgroßvater Bernington`s Widunder, den ich auf der Weltausstellung in Leipzig kennengelernt hatte. Auch zu Hurtig gibt es einige Parallelen.

Apportieren, Suchspiele und geschicktes Balancieren über riesige Holzstöße hat er in Biberach gelernt und begeistert praktiziert. Auf dem Trainingsplatz waren Fassbrücke und selbst die Leiter dadurch kein Problem. Er ist schussgleichgültig und so selbstsicher, dass ich ihn auf Anhieb vom Tisch heben und tragen konnte (ich hoffe, mein Orthopäde verirrt sich nie auf diese Seite..). Ich danke meinen Angestellten und Sportfreunden für die Unterstützung und ihr Verständnis. Nur dadurch ist es mir möglich, Ole gerecht zu werden.